Glas Rotwein – milde, säurearme Weine aus Südfrankreich

Wein mit wenig Säure: Welche Weine sind mild und säurearm?

19. Oktober 2026Daniela Machill

Manche mögen es knackig und frisch, andere empfinden Säure im Wein als unangenehm. Die gute Nachricht: Es gibt viele Weine, die mild und weich schmecken. Man muss nur wissen, wo man sucht.

Woher kommt die Säure im Wein?

Jede Traube enthält natürliche Fruchtsäuren, vor allem Wein- und Äpfelsäure. Wie viel davon im Wein landet, hängt von drei Dingen ab:

  • Klima: In warmen Regionen reifen die Trauben stärker. Dabei sinkt die Säure, der Zucker steigt. Weine aus dem Süden sind deshalb meist milder.
  • Rebsorte: Manche Sorten sind von Natur aus säurebetont, andere eher mild.
  • Ausbau: Bei der malolaktischen Gärung wandeln Bakterien die herbe Äpfelsäure in mildere Milchsäure um. Fast alle Rotweine durchlaufen sie, viele Weißweine nicht.

Milde Rebsorten und Regionen

Rotwein Weißwein
Merlot – weich, pflaumig Viognier – duftig, rund, Aprikose
Grenache – reife rote Frucht, wenig Tannin Grenache Blanc – mild, vollmundig
Syrah aus warmen Lagen – dunkle Frucht, würzig Weiße Rhône-Weine – cremig, wenig Säure

Besonders ergiebig sind die sonnigen Regionen im Süden: das Languedoc, die südliche Rhône und die Provence. Auch Bordeaux-Weine vom rechten Ufer mit hohem Merlot-Anteil, etwa aus Saint-Émilion, wirken weich.

Diese Weine haben viel Säure

Wer empfindlich auf Säure reagiert, sollte eher vorsichtig sein bei:

  • Sauvignon Blanc von der Loire, etwa Sancerre
  • Chablis und Muscadet
  • Champagner und Crémant
  • Weinen aus kühlen Regionen generell

Das sind wunderbare Weine – ihre Frische macht sie zu idealen Begleitern für Fisch und Austern. Nur säurearm sind sie eben nicht.

So wirkt Wein weicher

  • Nicht zu kalt servieren: Kälte betont die Säure. Ein Weißwein bei 10–12 °C wirkt runder als bei 6 °C.
  • Zum Essen trinken: Fett, Eiweiß und Käse puffern die Säure spürbar ab.
  • Reife Jahrgänge wählen: In sehr warmen Jahren fällt die Säure meist geringer aus.

Hinweis: Wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen auf Säure achten müssen, sprechen Sie bitte mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Wir beraten Sie gern beim Geschmack, nicht aber medizinisch.

Häufige Fragen

Welcher Wein hat am wenigsten Säure?

Meist Rotweine aus warmen Regionen, etwa Grenache und Merlot aus dem Süden Frankreichs. Bei Weißwein gelten Viognier und weiße Rhône-Weine als besonders mild.

Hat Rotwein weniger Säure als Weißwein?

Häufig ja, oder er wirkt zumindest milder. Fast alle Rotweine durchlaufen die malolaktische Gärung, die die herbe Äpfelsäure in mildere Milchsäure umwandelt.

Ist süßer Wein säurearm?

Nicht unbedingt. Zucker überdeckt Säure nur geschmacklich. Viele süße Weine haben sogar recht viel Säure.

Sagen Sie uns einfach, was Ihnen zu sauer ist – wir schenken Ihnen passende Alternativen ein. In unseren Verkostungsstudios in Köln und Düsseldorf, donnerstags und freitags 14–19 Uhr, samstags 10–16 Uhr.

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